
Krieg gegen die Ukraine ++ Laschet: "Nicht an der Nase herumführen lassen" ++
Der CDU-Außenpolitiker Laschet hat gewarnt, US-Präsident Trump dürfe sich "nicht von Putin an der Nase herumführen lassen". Nach seiner Amtseinführung wollte Papst Leo XIV. den ukrainischen Präsidenten Selenskyj zu einer Privataudienz empfangen.
Die wichtigsten Entwicklungen:
- Laschet: Von Putin nicht an der Nase herumführen lassen
- Einer der größten russischen Drohnenangriffe seit Kriegsbeginn
- Papst Leo XIV. empfängt Selenskyj
Selenskyj dankt Papst für Unterstützung
Nach seiner offiziellen Amtseinführung hat Papst Leo XIV. den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dessen Frau in Privataudienz empfangen. Selenskyj schrieb anschließend in Sozialen Medien: "Für Millionen Menschen auf der ganzen Welt ist der Pontifex ein Symbol der Hoffnung auf Frieden." Die Autorität und die Stimme des Heiligen Suhls könne dazu beitragen, den russischen Krieg gegen die Ukraine zu beenden.
Selenskyj dankte dem Papst dafür, dass der Vatikan sich als Ort für mögliche direkte Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew angeboten habe: "Wir sind zu einem Dialog in jedem Format bereit, um greifbare Ergebnisse zu erzielen." Er schätze die Unterstützung von Leo XIV. für die Ukraine und seinen deutlichen Aufruf zu einem gerechten und dauerhaften Frieden.
Der designierte Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Armin Laschet, hat die Initiative der Europäer um Kanzler Friedrich Merz gelobt, den US-Präsidenten Donald Trump noch einmal zu kontaktieren, bevor er mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin spricht. "Sie werden darauf aufmerksam machen, dass sich Trump nicht von Putin an der Nase herumführen lassen darf", sagte der CDU-Politiker im Bericht aus Berlin in der ARD. Ob das Gespräch tatsächlich stattfinde, werde sich in den kommenden Stunden zeigen.
Es bestehe das Risiko, dass Putin auf Zeit spiele, so Laschet. Während der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bereitwillig in die Türkei gereist sei, habe Russland eine "drittrangige Delegation" geschickt. "Aber es muss jetzt zu Verhandlungen und zu einem Waffenstillstand kommen", betonte er. Das sei die Erwartungen der Europäer und der USA.
Trump stehe in einer Zwickmühle, so Laschet: Er wolle Putin dauerhaft als Kooperationspartner gewinnen, aber auch den Krieg beenden. "Deshalb sind diese drängenden Signale der Europäer für diese Gespräche sehr wichtig."
In der Situation rund um die Verhandlungen sei aktuell "viel Bewegung feststellbar". Es habe direkte Gespräche gegeben - wenn auch ohne großen Erfolg. "Die Amerikaner beginnen, ihre Position zu verändern", ergänzte er. Selenskyj werde von US-Außenminister Marco Rubio und Vizepräsident JD Vance wieder als "ernstzunehmender Gesprächspartner" behandelt.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat einem Insider aus der ukrainischen Delegation zufolge am Rande der Inauguration des neuen Papstes Leo in Rom US-Vizepräsident JD Vance und den US-Außenminister Marco Rubio getroffen. Das war das erste Treffen zwischen Selenskyj und Vance, seit es bei einem Treffen im Weißen Haus im Februar zu einer Auseinandersetzung gekommen war.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat angekündigt, vor dem Gespräch des US-Präsidenten Donald Trump mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nochmals mit Trump reden zu wollen. "Wir haben jetzt verabredet, dass wir auch nochmal mit den vier Staats- und Regierungschefs und dem amerikanischen Präsidenten zur Vorbereitung dieses Gesprächs sprechen", sagt er in Rom. "Wir können nur hoffen, dass es jetzt weitere Fortschritte gibt."
Er habe bereits mit US-Außenminister Marco Rubio über das für morgen angekündigte amerikanisch-russische Telefonat gesprochen.
Papst Leo XIV. empfängt Selenskyj
Papst Leo XIV. empfängt heute den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. "Die gemarterte Ukraine wartet darauf, dass endlich Verhandlungen für einen gerechten und dauerhaften Frieden stattfinden", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche zum Ende der Messe zu seiner offiziellen Amtseinführung mit Blick auf den Ukraine-Krieg.
Das russische Militär hat nach eigenen Angaben in der Nacht 25 ukrainische Drohnen abgefangen.
Die ukrainische Vize-Regierungssprecherin Julia Swyrydenko hat von einer "Rekord"-Zahl von Drohnen gesprochen, mit der Russland in der Nacht die Ukraine angegriffen habe. Nach ukrainischen Angaben hatte Russland 273 Schahed-Angriffsdrohnen gestartet. "Russland hat ein klares Ziel - weiterhin Zivilisten zu töten", sagte Swyrydenko.
Russland hat nach eigenen Angaben eine weitere Siedlung in der Ostukraine eingenommen. Streitkräfte hätten die Kontrolle über die Ortschaft Bahatyr in der Region Donezk übernommen, teilte das russische Verteidigungsministerium mit.
Der russische Präsident Wladimir Putin hat bekräftigt, die "Ursachen" des Konflikts in der Ukraine "beseitigen" und die Sicherheit seines Landes "garantieren" zu wollen. Das Ziel Moskaus sei es, "die Ursachen dieser Krise zu beseitigen, die Voraussetzungen für einen dauerhaften Frieden zu schaffen und die Sicherheit Russlands zu garantieren", sagte der Kreml-Chef dem russischen Staatsfernsehen.
Bei einem der größten russischen Drohnenangriffe seit Kriegsbeginn ist ukrainischen Angaben zufolge bei Kiew eine Frau getötet worden. Mindestens drei Personen wurden verletzt. Russland habe bis zum Morgen 273 Drohnen eingesetzt, erklärte die ukrainische Luftwaffe. 88 Drohnen hätten demnach abgefangen werden können, weitere 128 hätten ihr Ziel nicht erreicht. Die Drohnen hätten nach ukrainischen Angaben vor allem die Regionen Kiew, Dnipropetrowsk und Donezk attackiert.
Russland greift Kiew ukrainischen Angaben zufolge massiv mit Drohnen an. Mehr als vier Stunden, nachdem die Luftwaffe um Mitternacht Alarm für die Hauptstadt und den Großteil der Ostukraine ausgelöst hatte, befanden sich immer noch Dutzende Drohnen am ukrainischen Himmel und bedrohten Kiew und andere Teile des Landes, teilt die Luftwaffe auf Telegram mit.
Vor dem geplanten Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem russischen Kollegen Wladimir Putin weist die US-Regierung den Kreml nach eigener Darstellung unmissverständlich auf die Möglichkeit neuer Sanktionen hin. Man habe sich gegenüber der russischen Seite in den vergangenen Wochen ziemlich klar ausgedrückt, sagte Außenminister Marco Rubio dem Sender CBS News. Die Abschrift des Gesprächs wurde vor der Ausstrahlung am heutigen Sonntag veröffentlicht.
Man habe Moskau deutlich gemacht, dass sich im Parlament eine breite Mehrheit für zusätzliche Maßnahmen abzeichne, sollte es keine Fortschritte in den Ukraine-Gesprächen geben, erklärte Rubio auf Nachfrage. Die Regierung habe den Kongress zwar um etwas Aufschub gebeten, um Raum für Verhandlungen zu lassen, könne den Prozess aber letztlich nicht aufhalten. Auf die Frage, ob Moskau lediglich Zeit gewinnen wolle, sagte Rubio: "Genau das testen wir gerade."
Die Entwicklungen vom Samstag im Überblick
Der Kreml hat das geplante Telefonat zwischen Russlands Präsident Putin und US-Präsident Trump bestätigt. Der ukrainische Außenminister Sybiha zeigt sich zufrieden mit dem großen Gefangenenaustausch.